Projekt Synagoge Stommeln startet mit erweitertem Programm ins Jahr 2026

Mit dem Vortrag »Lebendige Erinnerung. Kunst als Denkmalpraxis: Die Synagoge in Stommeln im Kontext« setzt die Kunsthistorikerin Prof. Dr. Ursula Frohne (Universität Münster) das renommierte Kunstprojekt Synagoge Stommeln fort. Im 35. Jahr seines Bestehens wird es deutlich erweitert: Künftig begleiten Vorträge und künstlerische Aktionen im öffentlichen Raum die jährlichen Ausstellungen in der Synagoge und vertiefen so den Austausch mit der Stadtgesellschaft.

Diese Weiterentwicklung hatte der Rat der Stadt Pulheim im Februar 2026 mit großer Mehrheit beschlossen.

Den Auftakt der erweiterten Reihe gestaltet Ursula Frohne, die zugleich in den neuen künstlerischen Beirat des Projekts unter Leitung des Konzeptkünstlers Mischa Kuball berufen wurde.

Ihr Vortrag betrachtet das Projekt Synagoge Stommeln im Kontext einer künstlerischen Praxis, die historische Orte nicht als statische Erinnerungsorte begreift, sondern als offene Räume, die immer wieder neu aktiviert werden müssen. Ausgehend von Überlegungen von Hannah Arendt und Theodor W. Adorno entfaltet Ursula Frohne die These, dass Erinnerungsorte keiner statischen Bewahrung, sondern einer fortdauernden Praxis des Gedenkens bedürfen. Erinnerung lasse sich nicht als abgeschlossene »Bewältigung« verstehen, sondern als ein Prozess wiederkehrender Auseinandersetzung, der Öffentlichkeit, gemeinsames Verhandeln und die Übernahme von Verantwortung voraussetzt.

Vor diesem Hintergrund ordnet der Vortrag auch die Erweiterung des Projekts Synagoge Stommeln ein, mit der die Stadt Pulheim ein deutliches Zeichen setzt und sich erneut zu ihrer historischen Verantwortung bekennt.

 

7. Mai 2026, 18:30-19:30 Uhr
Prof. Dr. Ursula Frohne, Lebendige Erinnerung. Kunst als Denkmalpraxis: Die Synagoge in Stommeln im Kontext
Vortrag in der Synagoge Stommeln, Hauptstr. 85a, Pulheim-Stommeln

 

Eine weitere Veranstaltung folgt am Pfingstsonntag, 24. Mai 2026: Unter der Leitung der Düsseldorfer Choreografin und Performance-Künstlerin Daniela Georgieva entsteht für das Projekt Synagoge Stommeln die Performance »Traces«, gemeinsam entwickelt mit Josefine Luka Simonsen und Mihyun Ko (beide Choreografie und Tanz).

Eintritt frei, aufgrund von begrenzter Platzzahl ist eine Anmeldung erforderlich bis zum 4. Mai an kulturabteilung@pulheim.de

Veranstaltungsort: Synagoge Stommeln, Hauptstr. 85, 50259 Pulheim-Stommeln



 

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