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Daniel Buren

Multiplikationen, Arbeit in situ für eine Synagoge

29.8. 2010 – 15. 1. 2012
Letztlich steht damit der Blick des Betrachters im Fokus von Burens Untersuchungen. „Das ‚visuelle Werkzeug’ dient dazu, die Konditioniertheit des Sehens aufzudecken und transparent zu machen und so seinen natürlichen Ursprung wiederzufinden. Die Arbeit selbst  zieht sich dabei aus dem Blickfeld zurück. Sie verschwindet und erzeugt die Sichtbarkeit, um die es Buren zu tun ist, paradoxerweise vermittels der eigenen Unsichtbarkeit." ²

Nach einem Exponat schaut man sich auch in der Synagoge daher vergeblich um. Dennoch erzielt Buren mit seiner minimalen Formensprache eine maximale Veränderung des geschichtsträchtigen Ortes: In dem unmöblierten Raum, dessen fünf  in halber Höhe eingelassenen Fenster kaum einen Blick nach außen bieten, hat Buren die parallel zueinander wie parallel zur Eingangstür stehenden Wände vollständig verspiegelt. Auf diese Weise vervielfacht sich der Raum, spiegeln sich die Fenster ebenso wie die Besucher selbst unzählige Male wieder und werden zum eigentlichen Gegenstand seiner Untersuchung.

Das Werk des 1938 in Boulogne-Billancourt geborenen Künstlers, der auch seine Biographie gerne auf den Satz beschränkt „lebt und arbeitet in situ“,  ist unter dem Schlagwort „Institutionskritik“ in die Kunstgeschichte eingegangen. Von Anfang an begleitete Buren sein praktisches Werk mit umfangreichen theoretischen Schriften, in denen er sich damit auseinandersetzt, wer und was darüber entscheidet, was Kunst überhaupt sein kann, wo, wann und wie sie stattfinden darf und welche Spielregeln hierfür entscheidend sind.

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